Goethe als Sammler künstlerischen Anschauungsmaterials Goethes graphische Sammlung ist die Grundlage für eine anschauliche Kunstgeschichte. Zusammen mit seinen kunsttheoretischen Schriften gelingt eine ganzheitliche Kunstbetrachtung, die Goethe am Herzen lag. "Nicht von der Kunst in abstracto" hielt Goethe 1788 als Vorsatz in seinem Notizbuch fest. Nach dem Erlebnis seiner Italienreise wollte er auf jegliche Form kunsttheoretischer Spekulation verzichten, die nicht von den konkreten Kunstwerken ausgeht. Die Maxime lässt keinen Zweifel daran, dass Goethes Schriften zur Kunst ohne die Anschauung von Kunstwerken nicht zu verstehen sind. Wer nur sie liest, bleibt blind. Wie konsequent Goethe an seinem Vorsatz festhielt, zeigen seine umfangreichen Sammlungen. Die Druckgraphiken und Zeichnungen bieten eine Fülle von Material, die es Goethe ermöglichte, von einer anschaulichen Kunstgeschichte auf ein "Ganzes der Kunst" zu schließen. Der Kunsthistoriker Johannes Grave schildert Goethes Beschäftigung mit den Kunstwerken, um nach dem Profil und Konzept seiner graphischen Sammlung zu fragen. Die Sammlung erweist sich dabei als Ort einer "morphologischen" Kunstbetrachtung, die ein Kunstideal einholen sollte, das dem Kunstschaffen und der Ästhetik um 1800 nicht mehr zugänglich war. Inhalt Einleitung - "Nicht von der Kunst in abstracto" Erster Teil: Goethes Entwicklung als Sammler von Graphiken und Zeichnungen Kontingenz oder Bildungsprozess? Die Geschichte eines Sammlers Emanzipation des Blicks - Goethes frühe Erfahrungen mit der Sammlungskultur des 18. Jahrhunderts 1. Die väterliche Sammlung in Frankfurt 2. Oeser, Hagedorn, Merck - Erfahrungen in Leipzig und Frankfurt 3. Das "empfundenste Kunstwerk" - Zu Goethes Graphikrezensionen Die "ganz goldene Ausführung" - Professionalisierung des Umgangs mit Graphiken und Zeichnungen 1. Johann Heinrich Merck als Kunstagent für den Weimarer Hof 2. Goethes Beschäftigung mit der Dürer-Sammlung Lavaters 3. Erste Schritte zur Distanzierung von der Genieästhetik des Sturm und Drang 4. Die Anfänge von Goethes graphischer Sammlung 5. Nachzeichnen als intensive Aneignung von Kunstwerken Italienische Erfahrungen und kunstpolitische Ambitionen - Goethes vermindertes Interesse an den graphischen Künsten 1. Unter dem Eindruck des Italien-Erlebnisses 2. An- und Verkäufe in der Zeit der "Propyläen" und der Preisaufgaben Impulse zur kunsthistorischen Strukturierung der Sammlung 1. Erwerbungen aus dem Nachlass Carl Ludwig Fernows 2. Die Ausrichtung der graphischen Sammlung auf eine kunsthistorische Betrachtung 3. Die Ansichtssendung Johann Gottlob Stimmels 1814 Neue Dimensionen des Sammelns 1. Die Geschäftsverbindung mit Johann August Gottlob Weigel und das Ziel einer "vollständigen" Sammlung 2. Gezielte Bestandsergänzungen - Goethes Erwerbungen von Schongauer-Stichen 3. Gattungsgeschichte, mediale Spezifika, Talent - Erwerbungen als Anregungen für Aufsätze zur Kunst 4. Vom kunstgeschichtlichen Überblick zur mikrohistorischen Perspektive - das Beispiel Mantegna "Perlenfischerey" der letzten Jahre 1. Carl Gustav Boerner und die erneute Intensivierung der Erwerbungen Goethes 2. Späte Ordnungs- und Katalogisierungsarbeiten Johann Christian Schuchardts Goethes Reflexionen zur spezifischen Medialität von Graphiken und Zeichnungen 1. Der vergleichende Blick 2. Späte Aufmerksamkeit für die Geschichte der graphischen Künste Die graphische Sammlung im Jahr von Goethes Tod 1. Eine Bestandsaufnahme 2. Quellen zur Ordnung von Goethes graphischer Sammlung um 1832 Zur Spezifik des Goetheschen Sammelns - eine Zwischenbilanz Exkurs 1: Sondersammelgebiet Manierismus? Exkurs 2: Bewahrung und Verlust - die Geschichte der Sammlung ab 1832 Zweiter Teil: Einblicke in das Ganze der Kunst - Zur Frage nach einem Sammlungskonzept Kunst und Geschichte 1. Die Geschichtlichkeit von Kunst - Goethes Winckelmann-Rezeption 2. Bedingtes Kunstwerk und absolutes Kunstideal 3. Zwischen unbedingtem Anspruch und ernüchternden Relativierungen - "Propyläen" und Preisaufgaben 4. Ausloten der Grenzen nachantiker Kunst - "Winckelmann und sein Jahrhundert" 5. Die Weimarischen Kunstfreunde als Kunsthistoriker Das "Ganze der Kunst" und die Sammlung - "Der Sammler und die Seinigen" Kunst und Natur 1. Methodische Aspekte von Goethes Kunstbetrachtung 2. Methodische Parallelen im Studium von Kunst und Natur - Goethes italienische Erfahrungen 3. Methodische Selbstvergewisserung - "Kautelen des Beobachters" 4. Differenzierungen zum Verhältnis von Kunst und Natur 5. Die Ordnung der Dinge - Sammlungen zur Kunst und zur Natur "Morphologische" Kunstbetrachtung? 1. Kunst, Kunstwerk und Kunstgeschichte 2. Beispiele einer "morphologischen" Betrachtung von Kunstwerken Offene Fragen - Goethes literarisches Spätwerk als Sammlung, zeitgenössische Parallelen in der Verknüpfung von Kunstgeschichte und Kunstbegriff und das Bild als "blinder Fleck" der graphischen Sammlung Der "ideale Kunstkörper" als Gegenentwurf zum absoluten Meisterwerk Anhang 1: Dokumentation von Erwerbungen für Goethes graphische Sammlung über den Kunsthandel Anhang 2: Frühe Teilverzeichnisse zu Goethes graphischer Sammlung Quellen und Literatur Abbildungen

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